Wirtschaft & Politik

Börsen im Schock: Trumps neue Zölle lassen Märkte weltweit einbrechen

today03.04.2025

Hintergrund

Die globalen Finanzmärkte erleben heute einen der dramatischsten Einbrüche der letzten Jahre. Nach Donald Trumps überraschender Ankündigung massiver Zollerhöhungen auf nahezu alle Importwaren sind die Börsen weltweit auf Talfahrt. Der Dow Jones hat über 1.000 Punkte verloren, während der Nasdaq mehr als 4% eingebüßt hat. Auch in Europa und Asien herrscht Ausverkaufsstimmung – der deutsche DAX ist unter die 22.000-Punkte-Marke gefallen. Experten sprechen bereits vom „Zoll-Schock“ und warnen vor weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Was steckt hinter Trumps „Liberation Day“-Zöllen?

Börsen im Schock: Trumps neue Zölle lassen Märkte weltweit einbrechen
Shealeah Craighead, Public domain, via Wikimedia Commons

In einer Ankündigung, die viele Marktbeobachter in ihrem Ausmaß überrascht hat, verkündete US-Präsident Trump gestern Abend drastische Zollerhöhungen, die bereits am 5. und 9. April in Kraft treten sollen. Der Plan sieht einen Mindestzoll von 10% auf Importe aus fast allen Ländern vor, wobei für 60 Nationen, die Trump als „schlechte Akteure“ bezeichnet, deutlich höhere Sätze gelten werden.

Besonders hart trifft es China mit Zöllen von 34%, Japan mit 26% und die Europäische Union mit 20%. Diese Maßnahmen heben die US-Zollrate auf den höchsten Stand seit über 100 Jahren an und betreffen insgesamt 185 Länder weltweit.

Massive Kursverluste bei Tech-Giganten und Einzelhändlern

Die Reaktion der Märkte folgte prompt und heftig. Besonders Tech-Unternehmen mit globalen Lieferketten wurden hart getroffen. Apple verlor über 7%, da Anleger befürchten, dass die 54%-igen Zölle auf chinesische Komponenten die Produktionskosten drastisch erhöhen könnten. Auch Tesla (-5,8%), Nvidia und andere Chiphersteller mussten starke Einbußen hinnehmen.

Einzelhändler wie Walmart, Target und Nike gerieten ebenfalls unter Druck, da höhere Importkosten entweder die Gewinnmargen belasten oder an die Verbraucher weitergegeben werden müssten. Brett Ryan von Deutsche Bank kommentierte: „Die Zölle waren definitiv schlimmer als wir erwartet hatten“ und warnte vor einem erhöhten Rezessionsrisiko.

Globale Auswirkungen und Reaktionen

Die Schockwellen der Ankündigung waren weltweit zu spüren. In Europa fiel der Stoxx 600 um mehr als 2%, während in Asien der Nikkei 225 um 2,7% auf den niedrigsten Stand seit August absackte. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete die neuen Zölle als „grundfalsch“ und einen „Anschlag auf die weltweite Handelsordnung“.

China reagierte ebenfalls scharf. Das Handelsministerium erklärte: „China lehnt dies entschieden ab und wird Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu schützen.“ Diese Aussage nährt die Befürchtung eines neuen Handelskriegs mit unabsehbaren Folgen für die globale Wirtschaft.

Rohstoffmärkte im Abwärtssog

Auch die Rohstoffmärkte wurden von der allgemeinen Unsicherheit erfasst. Die Ölpreise fielen um mehr als 6%, was nicht nur auf Trumps Zollankündigung zurückzuführen ist, sondern auch auf eine OPEC+-Entscheidung zur Produktionserhöhung. Diese Kombination aus höheren Zöllen und fallenden Rohstoffpreisen weckt Befürchtungen einer bevorstehenden globalen Nachfrageschwäche.

Michael O’Rourke, Chef-Marktstratege bei JonesTrading Institutional Services, fasste die Situation zusammen: „Die Zollsätze zwischen 20% bis 34% werden den Handel verlangsamen, die Inflation in die Höhe treiben und Unternehmensgewinne schmälern. Dies könnte eine Eskalation im Handelskonflikt auslösen.“

Was bedeutet das für deine Investments?

Angesichts der aktuellen Marktturbulenzen stellt sich für viele Anleger die Frage nach der richtigen Strategie. Wall-Street-Analysten erwägen eine mögliche Abwärtsbewegung des S&P 500 auf 4.900-5.300 Punkte, falls die Marke von 5.538 Punkten unterschritten wird.

Priya Misra von JPMorgan Asset Management empfiehlt eine defensive Haltung: „Wir haben uns mit qualitativ hochwertigen Anleihen abgesichert. Die Stagflationsimpulse durch diese Zölle zwingen die Fed möglicherweise dazu, hinter der Kurve zu bleiben.“

Professor Jeremy Siegel von der Wharton School warnte während eines CNBC-Interviews: „Wenn er starr und über 15% bleibt, wird das nicht gut für den Markt sein.“ Diese Einschätzung unterstreicht die Besorgnis vieler Marktbeobachter über die langfristigen Folgen der Zollpolitik.

Spezifische Branchenauswirkungen

Besonders stark betroffen sind Automobilaktien, da die neuen 25%-Auto-Zölle die Kosten für Neuwagen erheblich steigern könnten. Daneben zeigen sich auch unterschiedliche Auswirkungen in anderen Sektoren: Während Biotechnologie-ETFs nach anfänglichen Verlusten eine gewisse Erholung verzeichneten, werden Bekleidungsaktien wie Nike von Analysten kritisch gesehen.

Neben den direkten Zollauswirkungen gibt es auch unternehmensspezifische Bewegungen: Amazon-Aktien stiegen gestern zunächst um 2% nach Berichten über ein mögliches Gebot für TikTok, wurden aber heute vom allgemeinen Abwärtssog erfasst. Trump Media verzeichnete ebenfalls deutliche Verluste aufgrund möglicher Insider-Verkäufe.

Der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners bringt die Situation auf den Punkt: „Vom Freihandel bleibt nicht mehr viel übrig. Diese Maßnahmen werden weltweit Wachstum kosten.“

Trumps Zölle

Geschrieben von: RadioMonster.FM