Musik

Hörverlust in der Musikbranche: Neuer Fonds bietet Unterstützung für Künstler und Fans

today04.04.2025

Hintergrund

In der Musikindustrie wächst das Bewusstsein für ein oft übersehenes Berufsrisiko: Hörverlust. Ein kürzlich ins Leben gerufener Fonds möchte nun gezielt finanzielle Unterstützung für Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten bereitstellen. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr prominente Künstler offen über ihre Hörprobleme sprechen und die langfristigen Folgen von regelmäßiger Lärmbelastung in den Fokus rücken.

Warum der neue Fonds dringend nötig ist

Hörverlust in der Musikbranche: Neuer Fonds bietet Unterstützung für Künstler und Fans

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Musiker haben ein viermal höheres Risiko, einen Hörverlust zu erleiden, als die Durchschnittsbevölkerung. Nicht nur Künstler sind betroffen – auch regelmäßige Konzertbesucher, Tontechniker und andere Branchenprofis setzen ihr Gehör kontinuierlich gesundheitsschädlichen Lautstärken aus.

Ein Sprecher des neuen Fonds betont im Interview: „Es ist wichtig, dass wir als Branche Verantwortung übernehmen und die Gesundheit unserer Künstler und Fans priorisieren.“ Obwohl die genauen Details zur Finanzierung und zu spezifischen Programmen noch ausgearbeitet werden, steht das übergeordnete Ziel bereits fest: die Schaffung eines sichereren Umfelds für alle Musikschaffenden und -genießenden.

Prominente Betroffene als Weckruf

Die Liste der Musikgrößen mit Hörproblemen wird leider immer länger. AC/DC-Sänger Brian Johnson musste 2016 eine Tour aufgrund drohenden Hörverlusts abbrechen. Erst durch innovative In-Ear-Monitore, die er als „zweites Trommelfell“ beschrieb, konnte er später sein Comeback feiern. Auch Phil Collins beendete seine aktive Karriere teilweise wegen Schwerhörigkeit und ist heute auf Hörgeräte angewiesen.

Die britische Sängerin KT Tunstall verlor 2018 plötzlich ihr Gehör auf einem Ohr und kämpft seitdem mit Tinnitus und Schwindelgefühlen. Trotzdem setzt sie ihre Karriere fort, indem sie sich an ihre neue Realität anpasst. Der deutsche Rapper Sido machte erst vor wenigen Monaten öffentlich, dass er sein linkes Ohr fast vollständig verloren hat – eine direkte Folge seiner langjährigen Tätigkeit in lauten Umgebungen.

Besonders nachdenklich stimmt die Aussage von Eric Clapton, der seit Jahren unter Tinnitus leidet: „Ich dachte damals, ich sei unbesiegbar.“ Ein Gedanke, den viele junge Musiker teilen dürften, die den Gehörschutz vernachlässigen.

Präventive Maßnahmen im Fokus

– Finanzielle Unterstützung für hochwertige, individuell angepasste Gehörschutzlösungen für Musiker

– Subventionierte Hörtests für Branchenangehörige

– Aufklärungskampagnen an Musikschulen und Konservatorien

– Forschungsförderung für innovative Schutztechnologien

– Entwicklung von Richtlinien für sicherere Veranstaltungsorte

Technologische Lösungen für die Musikbranche

Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Hörverlust spielen moderne Technologien. Von fortschrittlichen In-Ear-Monitoren mit Schallbegrenzung über smarte Ohrenschützer bis hin zu Apps, die die Lautstärke in Veranstaltungsräumen messen – die technischen Lösungen werden immer vielfältiger.

Besonders vielversprechend sind Entwicklungen wie jene, die Brian Johnson halfen: Geräte, die über Knochenleitung arbeiten und störende Geräusche eliminieren. Auch barrierefreie Technologien, wie sie KT Tunstall nutzt, etwa Apples Funktion zur Übersetzung von Musik in fühlbare Vibrationen, könnten in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Was kannst du selbst tun?

Ob du selbst Musik machst oder einfach nur gerne Konzerte besuchst – es gibt einige einfache Maßnahmen, mit denen du dein Gehör schützen kannst:

1. Trage bei lauten Veranstaltungen immer Gehörschutz

2. Halte ausreichend Abstand zu Lautsprechern

3. Gönne deinen Ohren regelmäßige Pausen von lauter Musik

4. Achte auf Warnsignale wie vorübergehendes Pfeifen oder dumpfes Hören nach lauten Ereignissen

5. Lass dein Gehör regelmäßig testen, besonders wenn du beruflich mit Musik zu tun hast

Die Einrichtung des neuen Fonds markiert einen wichtigen Meilenstein für die Musikindustrie. Er signalisiert ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass Hörverlust keine unvermeidliche Berufskrankheit sein muss, sondern durch geeignete Präventionsmaßnahmen und moderne Technologien erheblich reduziert werden kann. Für Künstler und Fans gleichermaßen könnte diese Initiative den entscheidenden Unterschied machen – damit die Musik auch in Zukunft nicht nur gespielt, sondern auch gehört werden kann.

Geschrieben von: RadioMonster.FM