Musik

Hüma Utku: Eine Reise in düstere Klangwelten mit dem Album ‚Dracones‘

today03.04.2025

Hintergrund

Die in Berlin lebende Musikerin und Produzentin Hüma Utku lädt mit ihrem neuen Album „Dracones“ zu einer faszinierenden Reise in unbekannte und düstere Klanglandschaften ein. Das morgen erscheinende Werk der gebürtigen Istanbulerin erkundet familiär weitergetragene Dämonen, Entfremdung und die komplexen Emotionen von Liebe und Verlust – alles verpackt in atmosphärisch dichte elektronische Kompositionen.

Eine musikalische Geisterbahnfahrt

Hüma Utku: Eine Reise in düstere Klangwelten mit dem Album 'Dracones'

Bereits der Albumtitel verrät viel über Utkus künstlerische Intention. „Dracones“ spielt auf den lateinischen Ausdruck „Hic sunt dracones“ (Hier sind Drachen) an, mit dem auf alten Karten gefährliche, unerforschte Gebiete markiert wurden. Genau in diese unbekannten Territorien der menschlichen Psyche führt dich die Musikerin.

Das Titelstück „Here Be Dragons“ eröffnet das Album mit sphärischen Klängen, bevor ein bedrohlich klingendes Cello und eine fauchend-flüsternde Stimme einsetzen. Die entstehende Atmosphäre erinnert an eine Geisterbahnfahrt im Stil eines David Lynch-Films – unheimlich, faszinierend und irgendwie vertraut zugleich.

Zwischen Dunkelheit und Sehnsucht

Der Sound des gesamten Albums ist durchgehend düster und doomig. Ein lang gezogener Drone-Klang bildet die Basis, während tiefe elektronische Industrial-Geräusche die bedrohliche Stimmung verstärken. Besonders interessant ist Utkus Einsatz der Lyraei, einem elektromagnetischen Instrument, das dem Album eine zusätzliche klangliche Dimension verleiht.

Doch inmitten all der Dunkelheit schwingt in Utkus Kompositionen stets eine tiefe Sehnsucht mit. Dies wird besonders im Abschlussstück „Ayaz’a“ deutlich, in dem hohe Töne an Sopranstimmen erinnern und eine fast schmerzhafte Schönheit erzeugen.

Persönliche Dämonen in Klang gefasst

„Dracones befasst sich mit familiär weitergetragenen Dämonen, aber auch mit den Emotionen der Liebe und des Verlusts“, erklärt Utku selbst über ihr Werk, das bei Editions Mego erscheint und von Marco Ciceri gestaltet wurde. Die Musikerin schafft es eindrucksvoll, diese abstrakten emotionalen Konzepte in Klänge zu übersetzen, die direkt unter die Haut gehen.

Mit ihrem Umzug von Istanbul nach Berlin hat Utku nicht nur geografisch, sondern auch künstlerisch neue Wege beschritten. In der experimentellen Musikszene der deutschen Hauptstadt hat sie einen fruchtbaren Boden für ihre klanglichen Explorationen gefunden, was sich in der Komplexität und Tiefe von „Dracones“ deutlich zeigt.

Wenn du auf der Suche nach Musik bist, die sowohl intellektuell herausfordernd als auch emotional berührend ist, solltest du Hüma Utkus neues Album nicht verpassen. „Dracones“ ist mehr als nur eine Sammlung von Tracks – es ist eine Einladung, die eigenen inneren Abgründe zu erforschen und dabei vielleicht auch unerwartete Schönheit zu entdecken.

Geschrieben von: RadioMonster.FM