Wirtschaft & Politik

Österreich schließt Grenzen: Maul- und Klauenseuche alarmiert Behörden

today03.04.2025

Hintergrund

Die hochansteckende Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn und der Slowakei hat die österreichischen Behörden zu drastischen Maßnahmen veranlasst. Ab diesem Samstag werden zahlreiche Grenzübergänge zu den beiden Nachbarländern geschlossen, um die Einschleppung des gefürchteten Virus zu verhindern. Die Entscheidung fiel nach intensiven Beratungen zwischen den Gesundheitsbehörden von Niederösterreich und Burgenland, der Landwirtschaftskammer sowie dem Agrarministerium. Für Landwirte und Verbraucher stehen nun angespannte Wochen bevor.

Warum die MKS-Bedrohung so ernst genommen wird

Österreich schließt Grenzen: Maul- und Klauenseuche alarmiert Behörden

Die Maul- und Klauenseuche gilt unter Experten als äußerst gefährliche Tierseuche. Virologe Norbert Nowotny von der Veterinärmedizinischen Universität Wien bezeichnet sie sogar als „das gefährlichste Virus, das wir kennen“. Die hohe Ansteckungsrate und die wirtschaftlichen Folgen machen die Krankheit besonders bedrohlich für die Landwirtschaft.

Der letzte große MKS-Ausbruch in Österreich liegt fast 50 Jahre zurück. Damals mussten nahezu 80.000 Tiere notgeschlachtet werden – ein Szenario, das sich niemand erneut vorstellen möchte. Die aktuellen Fälle in den Nachbarländern sind nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, was die Behörden alarmiert hat.

Bereits laufende Schutzmaßnahmen

Schon seit Ende vergangener Woche finden an den Grenzen zur Slowakei und zu Ungarn verstärkte Kontrollen statt. Diese wurden von den Gesundheitsbehörden angeordnet, um potenzielle Krankheitsüberträger frühzeitig zu identifizieren. Die nun angekündigte Schließung bestimmter Grenzübergänge stellt eine Ausweitung dieser Schutzmaßnahmen dar.

Parallel dazu wurden großflächige Überwachungszonen in weiten Teilen des Burgenlandes und im östlichen Niederösterreich eingerichtet. In diesen Gebieten gelten strenge Vorgaben für Tierhalter und landwirtschaftliche Betriebe.

So erkennt man die Maul- und Klauenseuche

Die MKS betrifft ausschließlich Paarhufer wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Büffel und Alpakas. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 14 Tagen zeigen infizierte Tiere typische Symptome: Fieber, allgemeine Schwäche, verringerte Milchproduktion und charakteristische Bläschen (Aphten) im Maul-Bereich und an den Klauen.

Für Menschen stellt das Virus in der Regel keine Gefahr dar. Dokumentierte Fälle von MKS-Infektionen beim Menschen sind äußerst selten.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Präventionsmaßnahmen

Ein möglicher Ausbruch in Österreich hätte gravierende wirtschaftliche Folgen. Neben der Notschlachtung aller Tiere in betroffenen Beständen würde es zu erheblichen Schwierigkeiten beim Export von Tieren und tierischen Produkten kommen.

Um dieses Risiko zu minimieren, hat Österreich bereits ein Einfuhrverbot für Tiere und tierische Produkte aus Ungarn und der Slowakei verhängt. Die Gesundheitsbehörden betonen, dass derzeit keine Hinweise auf eine Einschleppung des Virus nach Österreich vorliegen – doch die Gefahr ist real.

„Wir müssen alles daransetzen, die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu stoppen“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Nur durch gemeinsames und entschlossenes Handeln können wir eine Einschleppung nach Österreich verhindern.“

Was bedeutet das für Reisende und Pendler?

Die Grenzschließungen betreffen etwa 20 Übergänge im Osten des Landes. Für Personen, die regelmäßig zwischen Österreich und den betroffenen Nachbarländern pendeln, bedeutet dies Umwege und längere Reisezeiten. Touristen, die in den kommenden Wochen einen Urlaub im Grenzgebiet geplant haben, sollten sich vor Reiseantritt über die aktuell geöffneten Grenzübergänge informieren.

Wichtig zu wissen: Auch an den geöffneten Grenzübergängen finden verstärkte Kontrollen statt. Bei der Einreise nach Österreich solltest du keine Fleisch- oder Milchprodukte aus den betroffenen Ländern mitführen. Diese könnten beschlagnahmt werden, um jedes Risiko einer Virusübertragung auszuschließen.

Die Behörden rufen die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. Landwirte werden gebeten, den Gesundheitszustand ihrer Tiere genau zu beobachten und bei Verdachtsfällen sofort den zuständigen Veterinärdienst zu informieren. Nur durch schnelles Handeln kann eine weitere Ausbreitung der gefürchteten Seuche verhindert werden.

Geschrieben von: RadioMonster.FM