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today03.04.2025
Ekelerregende Zustände in deutschen Kaufland-Filialen sorgen aktuell für Aufruhr. Eine umfangreiche Recherche von „stern“ und RTL hat erschreckende hygienische Mängel in zahlreichen Märkten der Supermarktkette aufgedeckt. Besonders betroffen ist eine Filiale in Homburg im Saarland, wo ein massiver Mäusebefall dokumentiert wurde. Die Enthüllungen werfen ein schlechtes Licht auf den Lebensmittelriesen, der zur Schwarz-Gruppe des Milliardärs Dieter Schwarz gehört und deutschlandweit über 700 Filialen betreibt.
Die Situation in der Kaufland-Filiale in Homburg ist alarmierend. Das saarländische Umweltministerium hat bereits ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Mitarbeitende berichten von unhaltbaren Zuständen, besonders in der Backwarenabteilung. „An manchen Morgen begrüßen sie mich“, berichtete eine Mitarbeiterin gegenüber einer Reporterin über die allgegenwärtigen Mäuse. Fotodokumente zeigen tote Nagetiere in den Regalen – ein deutlicher Hinweis auf die Dimension des Problems.
Bei verdeckten Recherchen wurde beobachtet, wie mit denselben Handschuhen sowohl schmutzige Kisten als auch frische Backwaren angefasst wurden. Kontaminierte Behälter wurden ohne Reinigung weiterverwendet – ein klarer Verstoß gegen grundlegende Hygienevorschriften im Lebensmittelbereich.
Besonders alarmierend ist die Aussage eines Abteilungsleiters, der laut „stern“ erklärte, der Markt müsse eigentlich abgerissen werden. Kaufland habe jedoch auf eine längere Schließung verzichten wollen, und ein geplanter Neubau wurde verworfen. Die „Saarbrücker Zeitung“ berichtete vor etwa einer Woche zudem, dass der Filialchef wegen „Gängelung“ und „Schikane“ der Mitarbeitenden suspendiert wurde – ein weiteres Indiz für tiefgreifende Probleme in der Filiale.
Fachleute zeigen sich besorgt über das Ausmaß der Hygieneverstöße. Lebensmittelkontrolleur Bernd Stumm fordert eine sofortige Schließung, wenn der Befall so stark ist. „Wenn der Befall durch Mäuse so groß ist, habe ich die Märkte grundsätzlich geschlossen“, bestätigt auch Franz Voll, ein ehemaliger Lebensmittelkontrolleur mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Branche.
Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken: Ein solches Ausmaß an Hygienemängeln könne die Gesundheit der Kunden und Mitarbeiter ernsthaft gefährden. Die Expertin betont die Verantwortung des Unternehmens für die Sicherheit seiner Produkte.
Kaufland hat inzwischen den Schädlingsbefall eingeräumt und ankündigt, ab Mai eine bauliche und technische Modernisierung der betroffenen Filiale vorzunehmen. In einer schriftlichen Stellungnahme beteuert das Unternehmen, dass man die Hinweise ernst nehme und einige der beschriebenen Mängel nicht den eigenen Vorgaben entsprächen. Die Qualität der Produkte und der Schutz der Kunden hätten „oberste Priorität“.
Diese Beteuerungen klingen jedoch hohl angesichts der erschreckenden Ergebnisse der Recherche. In 48 von 50 überprüften Kaufland-Märkten wurden gravierende Hygienemängel festgestellt – darunter schimmelige Kühlregale und verdorbene Lebensmittel. Auch in der saarländischen Filiale in Lebach wurden Mängel entdeckt, wenn auch ohne detaillierte Angaben.
Die aktuellen Enthüllungen werfen grundsätzliche Fragen zur Qualitätssicherung in großen Supermarktketten auf. „Was bei Kaufland aufgedeckt wurde, kann in jedem Markt passieren. Das ist nicht so wahnsinnig üblich“, relativiert Ex-Kontrolleur Franz Voll im Gespräch mit FOCUS online. Er erklärt, dass viele Supermärkte im Winter mit Mäusebefall kämpfen, da die Nagetiere Schutz vor Kälte suchen.
Voll sieht das Problem in strukturellen Versäumnissen: „Eine große Zahl verschimmelter und verdorbener Lebensmittel würde zeigen, dass das Marktpersonal überfordert ist. Besonders kritisch ist der Frischebereich.“ Er weißt darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit von Hygieneproblemen in größeren Märkten wie Kaufland steigt, was zu einem systemischen Versagen der Eigenkontrolle führen kann.
Beunruhigend ist auch der Bericht über Umetikettierungen von Lebensmitteln. Verschimmelter Käse und alte Waren wurden offenbar mit neuen vermischt – eine klare Täuschung der Verbraucher und ein potenzielles Gesundheitsrisiko.
Die Enthüllungen werden voraussichtlich weitreichende Folgen haben. „Es wird sich sicher etwas ändern, weil kein Händler einen schlechten Ruf haben will“, prognostiziert Franz Voll. Er warnt jedoch: „In einem Jahr werden wir ähnliche Probleme wohl bei einem anderen Unternehmen finden.“
Für die betroffenen Filialen bedeutet dies nun vermutlich verstärkte Kontrollen und möglicherweise vorübergehende Schließungen. Für die Kunden bleibt ein schaler Beigeschmack – und die Frage, ob sie den Qualitäts- und Hygieneversprechen großer Supermarktketten noch vertrauen können.
Die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland gehört, steht nun unter besonderem Druck. Mit einem Jahresumsatz von 167,2 Milliarden Euro und fast 600.000 Mitarbeitern hat das Unternehmen des zurückgezogen lebenden Milliardärs Dieter Schwarz eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Die aktuellen Skandale könnten nicht nur das Image schwächen, sondern auch finanzielle Auswirkungen haben.
Als Verbraucher solltest du besonders aufmerksam sein und bei Verdacht auf Hygienemängel nicht zögern, diese beim Marktpersonal oder den zuständigen Behörden zu melden. Nur durch Wachsamkeit und konsequentes Handeln können ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindert werden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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