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today02.04.2025
Gestern Nachmittag wurde die Region um Oldenburg von einem ungewöhnlich starken Erdbeben der Stärke 3,4 erschüttert. Das Beben, dessen Epizentrum in der Gemeinde Großenkneten lag, war in einem Umkreis von etwa 15 Kilometern deutlich zu spüren und gilt als das stärkste jemals in dieser Region gemessene Erdbeben. Anwohner berichteten von lautem Grollen, klirrenden Gläsern und wackelnden Häusern, während Experten bereits vermuten, dass die Erdgasförderung in der Region als Ursache in Frage kommt.
Genau um 14:33 Uhr registrierte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) gestern die Erschütterungen, die ihren Ursprung im Landkreis Oldenburg hatten. Mit einer Magnitude von 3,4 auf der Richterskala war das Beben stark genug, um von zahlreichen Menschen deutlich wahrgenommen zu werden. Laut Berechnungen des BVEG waren potenziell bis zu 529.000 Menschen in der Lage, die Erschütterungen zu spüren, wobei die meisten von ihnen leichte bis mäßige Vibrationen ohne nennenswerte Schäden erlebten.
Eike Bruns, Sprecher des LBEG, bestätigte die historische Dimension: „Das war das bisher stärkste Beben in der Region zwischen Oldenburg und Cloppenburg. Es dürfte in einem Umkreis von 15 Kilometern zu spüren gewesen sein.“ Erste Meldungen über leichte Sachschäden sind bei der Behörde bereits eingegangen.
Die Reaktionen der Bevölkerung machen deutlich, wie ungewöhnlich dieses Ereignis für die Region war. Ein Anwohner aus Großenkneten berichtete: „Es war ein ganz lautes Grollen, und dann habe ich gehört, wie das Glas geklirrt hat. Ich dachte, mein Haus wackelt.“ Andere Zeugen beschrieben verschiedene Wahrnehmungen je nach Standort:
In Hatten-Sandkrug wurde berichtet: „Dauer ca. 5 Sekunden. Haus schwankte leicht hin und her.“ Aus Wardenburg kamen Meldungen über „drei kurze Stöße mit minimalen Pausen“, während in Huntlosen „deutlich spürbare Erschütterungen“ wahrgenommen wurden, jedoch ohne Schäden oder Verletzte. Selbst in Oldenburg, das etwas weiter vom Epizentrum entfernt liegt, wackelten Bildschirme und der Boden fühlte sich instabil an.
Besonders bemerkenswert ist die schnelle Einschätzung der Experten zur Ursache des Bebens. Das LBEG geht davon aus, dass es keinen tektonischen Ursprung hat, sondern sehr wahrscheinlich durch die Förderung von Erdgas ausgelöst wurde. „Das Epizentrum liegt im Bereich der Erdgasfelder Hengstlage/Sage/Sagermeer und Hengstlage“, erklärte Bruns. Die Förderung von Erdgas führt zu Spannungen im tiefen Untergrund, die bei Schwächezonen zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche führen können.
Bereits 35 Minuten nach dem Beben, um 15:08 Uhr, bestätigte das BVEG offiziell, dass es sich um ein induziertes Erdbeben aufgrund der Erdgasförderung handelt. Dies ist nicht das erste Beben in der Region – bereits am 30. März wurde ein Beben mit Magnitude 1.7 registriert, aber dieses neue Ereignis übertrifft alle bisherigen Messungen im Kreis Oldenburg.
Obwohl das gestrige Beben für die Region Oldenburg außergewöhnlich war, reiht es sich in eine Liste von Erdbeben ein, die in den letzten Jahrzehnten in Niedersachsen aufgetreten sind. Das stärkste jemals in Niedersachsen gemessene Beben ereignete sich am 20. Oktober 2004 in Rotenburg mit einer Stärke von 4,5. Weitere bedeutende Beben waren in Soltau (2. Juni 1977, Stärke 4,0), Syke (15. Juli 2005, Stärke 3,8) und Lastrup (1. Oktober 2018, Stärke 3,6).
Das gestrige Beben in Wardenburg mit einer Stärke von 3,4 befindet sich nun auf Platz sieben dieser Liste und markiert einen neuen Höchstwert für die Region Oldenburg. Experten weisen darauf hin, dass Erdbeben ab einer Stärke von 3 in besiedelten Gebieten spürbar sind, während erst ab einer Stärke von 5 mit größeren Schäden zu rechnen ist.
Das LBEG bittet die betroffenen Anwohner um Mithilfe bei der genaueren Bestimmung des Epizentrums. „Wir hoffen auf die Unterstützung der Bevölkerung, um das Ereignis besser einordnen zu können“, so ein Sprecher der Behörde. Beobachtungen können über einen speziellen Fragebogen auf der Internetseite des LBEG gemeldet werden.
Die genaue Ursache des Bebens wird derzeit in detaillierten Untersuchungen analysiert. Experten des Niedersächsischen Erdbebendienstes (NED) werten die Daten aus, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten und mögliche Folgen abzuschätzen zu können.
Für die Anwohner der Region bleibt die Situation beunruhigend. Die Verbindung zwischen Erdgasförderung und seismischer Aktivität wirft Fragen zur langfristigen Sicherheit auf. „Solche Ereignisse zeigen, dass wir die Auswirkungen unserer Energiegewinnung auf den Untergrund nicht unterschätzen dürfen“, kommentierte ein regionaler Umweltexperte.
Das LBEG versichert, dass die Situation genau beobachtet wird und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. In den kommenden Tagen werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob mit Nachbeben zu rechnen ist und welche Konsequenzen für die Erdgasförderung in der Region gezogen werden müssen.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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