Weltgeschehen

Traditionsbrauerei Weihenstephan übernimmt Schuhbecks ehemalige Südtiroler Stuben am Münchner Platzl

today27.03.2025

Hintergrund

Die älteste Brauerei der Welt zieht ins Herz von München ein! Nach einer zweijährigen Umbauphase steht nun fest, dass die Staatsbrauerei Weihenstephan die ehemaligen Räumlichkeiten von Alfons Schuhbecks „Südtiroler Stuben“ am berühmten Platzl übernehmen wird. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) bestätigte heute die Entscheidung mit den Worten: „Weihenstephan zieht ins Münchner Wohnzimmer ein. Nach langen Verhandlungen und Vorbereitungen ist der Weg jetzt frei.“ Ein historischer Moment für eine der begehrtesten gastronomischen Adressen Münchens, die nach dem Fall des Sternekochs Schuhbeck eine würdige Nachfolge erhält.

Neuanfang an traditionsreicher Adresse

Traditionsbrauerei Weihenstephan übernimmt Schuhbecks ehemalige Südtiroler Stuben am Münchner Platzl
Benjamin Janecke, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Übernahme markiert einen bedeutenden Wandel für das etablierte Restaurant, das jahrelang unter der Führung von Alfons Schuhbeck für seine exquisite Küche bekannt war. Nachdem Schuhbecks Gastronomiebetriebe aufgrund seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und der darauffolgenden Insolvenz Ende 2022 schließen mussten, stand die Zukunft der prominenten Lokalität am Platzl, unweit des berühmten Hofbräuhauses, in den Sternen.

Heute Nachmittag wird Wissenschaftsminister Blume gemeinsam mit Josef Schrädler, dem Direktor der Staatsbrauerei Weihenstephan, das erste Fass anstechen und damit symbolisch die neue Ära einläuten. Für Schrädler sind „die Räumlichkeiten ideal für uns“, wie er im Rahmen der Bekanntgabe erklärte.

Konzept mit bayerischer Tradition

Die Pläne für das neue Lokal sind vielversprechend: Vorgesehen ist eine Aufteilung in verschiedene Bereiche, darunter ein Stehausschank, Sitzplätze, eine separat gestaltete Alm-Stube sowie ein exklusiver Chefs-Table für besondere gastronomische Erlebnisse. Die traditionsreiche Brauerei, die als älteste noch bestehende Brauerei der Welt gilt und auf dem Weihenstephaner Berg in Freising beheimatet ist, bringt damit ihr Know-how und ihre jahrhundertealte Geschichte direkt ins Zentrum Münchens.

Interessanterweise ist die Idee, dass Weihenstephan die Räumlichkeiten übernimmt, auf eine Initiative von Minister Blume selbst zurückzuführen. Er bezeichnet die Kombination aus der benachbarten Bayerischen Staatsoper, die einen Teil des Gebäudes für Probenräume und eine Kindertagesstätte nutzen wird, und der Brauerei als gelungene Vereinigung von „Hochkultur und Lebenskultur“ – ein „Riesen-Upgrade“ für das Platzl.

Aufwändige Umgestaltung

Gerhard Reichel, Geschäftsführer von Immobilien Bayern, die das Gebäude verwaltet, gibt zu, dass die Überlegungen zur Nutzung der Räumlichkeiten „nicht einfach“ waren. Nach Insiderinformationen war ein erheblicher baulicher Aufwand notwendig, da die ehemaligen Räumlichkeiten stark an Schuhbecks individuellen Stil angepasst waren.

Die Brauerei Weihenstephan, die sich im Besitz des Freistaats Bayern befindet, hat sich bereits beim Schließen der Südtiroler Stuben gemeinsam mit einem Münchner Wirt um die Immobilie bemüht. Mit einem Absatz von fast 450.000 Litern Bier im Jahr 2022 und einer kontinuierlichen Expansionsstrategie ist die Übernahme des Standorts am Platzl ein logischer Schritt in der Unternehmensentwicklung.

Schuhbecks Erbe am Platzl

Für den gefallenen Sternekoch Alfons Schuhbeck bedeutete das Ende seiner Südtiroler Stuben einen dramatischen Einschnitt. Seine Gastronomiebetriebe hatten über Jahre hinweg das Bild des Platzls maßgeblich geprägt. Von seinem einstigen gastronomischen Imperium blieb ihm zuletzt nur noch eine Wohnung im Orlandohaus, die er aufgrund seiner Haftstrafe derzeit nicht nutzen kann.

Mit der Übernahme durch Weihenstephan beginnt nun ein neues Kapitel in der Geschichte des Münchner Platzls. Ab Sommer können Einheimische und Touristen in den historischen Mauern wieder bayerische Gastlichkeit erleben – diesmal mit dem Fokus auf Braukunst statt Sterneküche. Für alle Bierliebhaber und Freunde der bayerischen Kultur dürfte dies eine willkommene Nachricht sein.

Geschrieben von: RadioMonster.FM