Weltgeschehen

Verzweifelte Suche nach Pawlos (6) – Großeinsatz in Weilburg

today26.03.2025

Hintergrund

Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit hat seit gestern in Weilburg begonnen. Der sechsjährige Pawlos, ein autistischer Junge aus Waldbrunn, wird vermisst, nachdem er am Dienstagmittag das Gelände seiner Förderschule verlassen hat. Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine beispiellose Suchaktion entwickelt, die mittlerweile bundesweit ausgeweitet wurde und rund 450 Einsatzkräfte mobilisiert. Die bange Frage, die alle bewegt: Wo ist der kleine Pawlos?

Die Suche nimmt Fahrt auf

Verzweifelte Suche nach Pawlos (6) - Großeinsatz in Weilburg

„Wir werden jeden Stein umdrehen“, versichert Weilburgs Bürgermeister Johannes Hanisch mit Nachdruck. Die Suche nach dem Sechsjährigen hat seit gestern dramatisch an Intensität gewonnen. Neben Hunderten von Polizisten und Feuerwehrleuten durchkämmen 33 speziell ausgebildete Rettungshunde, eine Pferdestaffel und ein Polizeihubschrauber das gesamte Stadtgebiet und die umliegende Region.

Besonders bemerkenswert ist der Einsatz modernster Technik: Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt mit Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Diese können auch in unzugänglichen Gebieten menschliche Wärmeprofile erkennen – eine Technologie, die bei der Suche nach dem kleinen Jungen entscheidend sein könnte.

Was wir über Pawlos wissen

Pawlos ist ein sechsjähriger Junge mit schwarzer Hautfarbe und dunklen Haaren. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er einen gestreiften Pullover und eine graue Jeans. Das Besondere: Aufgrund seiner autistischen Veranlagung reagiert er möglicherweise anders als erwartet auf Ansprache.

„Er wird weglaufen, er wird sich vielleicht verstecken“, erklärt Bürgermeister Hanisch. Diese Einschätzung prägt die gesamte Suchstrategie. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass sich Pawlos möglicherweise in einem Versteck aufhält – vielleicht in einem Schuppen, Keller oder einer anderen Nische im Stadtgebiet.

Wie kam es zum Verschwinden?

Die Chronologie der Ereignisse ist mittlerweile klar: Pawlos verließ nach dem Mittagessen das Gelände seiner Förderschule in Weilburg. „Sein Fehlen wurde von den aufsichtsführenden Lehrkräften binnen einer Minute bemerkt“, teilte das Staatliche Schulamt mit. Nach einer ersten Suchaktion auf dem Schulgelände wurden umgehend Polizei und Eltern informiert.

„In der Schule besteht große Hoffnung, dass die öffentliche und intensive Suchaktion schnell dazu beiträgt, den Sechsjährigen wiederzufinden“, heißt es weiter vom Schulamt. Ein Polizeisprecher betonte, dass kein Verdacht auf ein Verbrechen bestehe. Vielmehr gehen die Ermittler von zwei Szenarien aus: Entweder hält sich der Junge im Stadtgebiet versteckt oder er ist mit einem Bus oder Zug weggefahren.

Kreative Suchmaßnahmen für einen besonderen Jungen

Die Einsatzkräfte setzen auf ungewöhnliche Methoden, um Pawlos zu erreichen. Am Dienstag spielten Feuerwehrautos Bandansagen mit der Stimme seiner Mutter und eines seiner liebsten Kinderlieder über Lautsprecher ab. „Komm raus und versteck dich bitte nicht. Wir vermissen dich“, war die herzzerreißende Botschaft seiner Mutter, die durch die Straßen von Weilburg hallte.

Besonders im Fokus stehen Orte, die Pawlos interessieren könnten. Er gilt als abenteuerlustig, klettert gerne und mag Wasser. Daher werden auch die Uferbereiche der Lahn intensiv abgesucht. Zudem zeigt der Junge Interesse an Zügen, weshalb auch Bahngleise und der Bahnhof unter besonderer Beobachtung stehen.

Was kannst du tun?

Der Bürgermeister appelliert an alle Einwohner, ihre Grundstücke und Gärten zu durchsuchen. „Es gibt die Annahme, dass er sich versteckt hält“, erklärt Hanisch. Gerade Schuppen, Gartenhäuser und andere versteckte Winkel sollten genau inspiziert werden.

Wichtig dabei: Solltest du Pawlos sehen, sprich ihn nicht direkt an und versuche nicht, ihn festzuhalten. Aufgrund seiner autistischen Veranlagung könnte er erschrecken und weglaufen. Stattdessen solltest du umgehend die Polizei informieren.

Hinweise zum Aufenthaltsort des Jungen können an die Kriminalpolizei Limburg unter der Telefonnummer 06431-91400 oder über das speziell eingerichtete Hinweistelefon 06431/9140-599 gegeben werden. Auch über die Notrufnummern 110 und 112 werden Hinweise entgegengenommen.

Eine Stadt in Sorge

Die Anteilnahme in Weilburg und Umgebung ist überwältigend. Zahlreiche Freiwillige haben sich spontan an der Suche beteiligt. Ein lokales Unternehmen hat sogar Luftballons aufgehängt, in der Hoffnung, den kleinen Pawlos damit anzulocken.

In den sozialen Medien teilen Nutzer Suchaufrufe und drücken ihre Unterstützung aus. „Die gesamte Gemeinschaft steht zusammen, um diesen kleinen Jungen zu finden“, kommentiert ein Nutzer auf der Facebook-Seite der Stadt.

Die Zeit drängt, besonders angesichts der aktuellen Wetterbedingungen. Doch die Hoffnung bleibt. „Wir suchen weiterhin fieberhaft nach Pawlos und ich kann euch versichern, dass wir alles daran setzen, ihn zu finden“, bekräftigt Bürgermeister Hanisch. Die Suche geht weiter – mit ungebrochenem Einsatz und der festen Überzeugung, den kleinen Pawlos wohlbehalten nach Hause zu bringen.

Geschrieben von: RadioMonster.FM