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Vom Stürmer zum Sportdirektor: Mario Gomez zwischen RB Leipzig und Bayern-Gerüchten

today03.04.2025

Hintergrund

Die Gerüchteküche im deutschen Fußball brodelt wieder einmal kräftig: Ex-Nationalspieler Mario Gomez soll angeblich auf dem Zettel des FC Bayern München stehen – und das nicht als Spieler, sondern in einer Führungsposition. Der 39-jährige frühere Torjäger arbeitet derzeit als Technischer Direktor im Global-Team von Red Bull unter Fußballchef Jürgen Klopp. Doch wie realistisch ist ein Wechsel des Ex-Bayern-Stürmers zurück an seine alte Wirkungsstätte?

Die aktuelle Situation bei Red Bull

Vom Stürmer zum Sportdirektor: Mario Gomez zwischen RB Leipzig und Bayern-Gerüchten
Reddyred, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mario Gomez hat bei Red Bull offenbar einen wichtigen Status. Als Technischer Direktor ist er Teil des Teams, das eine strategische Neuausrichtung des RB-Fußballs vorantreibt. Diese Neustrukturierung erscheint dringend nötig, da sich der Red-Bull-Fußball momentan in einer veritablen Krise befindet. Gomez arbeitet eng mit Jürgen Klopp zusammen, der seit Anfang des Jahres als „Head of Global Soccer“ die übergeordnete strategische Ausrichtung des Unternehmens prägt.

Ein besonders wichtiger Aspekt in dieser Geschichte: Gomez gilt als enger Vertrauter von Oliver Mintzlaff, dem CEO von RB Leipzig. Beide verbindet eine gemeinsame Vergangenheit beim Spielerberater Uli Ferber. Diese persönliche Beziehung macht einen Abgang Gomez‘ noch unwahrscheinlicher.

Mintzlaff selbst hat sich inzwischen deutlich zu den Gerüchten positioniert: „Ich bin mir da ganz sicher, dass Mario Gómez nicht zum FC Bayern wechseln wird.“ Der RB-Boss betonte, dass Gomez erst kürzlich seinen Vertrag um drei weitere Jahre verlängert habe und sich in seiner aktuellen Rolle wohlfühle. „Mit Jürgen Klopp und Mario Gómez haben wir in unserem globalen Team zwei besondere Persönlichkeiten, die in unterschiedlichen Bereichen viel Expertise gesammelt haben“, erklärte Mintzlaff weiter.

Aber warum sollte der FC Bayern überhaupt Interesse an Gomez haben? Die Münchner haben in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach Personal aus dem Red-Bull-Kosmos abgeworben: FCB-Sportdirektor Christoph Freund war lange Zeit Sportchef in Salzburg, während Sportvorstand Max Eberl ein Jahr in ähnlicher Position bei RB Leipzig tätig war, bevor er zum Rekordmeister wechselte.

Laut Berichten von Sky, der „Bild“-Zeitung und Sport1 soll der FC Bayern nun die Führungsebene erweitern oder umbauen wollen. Dabei sei der 39-jährige Gomez ein potenzieller Kandidat. Besonders Ehrenpräsident Uli Hoeneß soll sich im Aufsichtsrat für eine Verpflichtung von Gomez stark machen. Die genaue Position, die Gomez bei den Bayern einnehmen könnte, bleibt jedoch unklar.

Für Gomez würde eine Position beim FC Bayern durchaus Sinn ergeben. Immerhin war er von 2009 bis 2013 als Spieler für die Münchner aktiv, wurde zweimal Deutscher Meister und gewann in seiner letzten Saison sogar die Champions League. Zudem wohnt und arbeitet er bereits in München, was einen Wechsel logistisch vereinfachen würde.

Interessanterweise betonte Mintzlaff trotz der Abwerbungsgerüchte das „hervorragende Verhältnis“ zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern: „Wir haben ja auch gute Geschäfte in den letzten Jahren gemacht. Wir haben viele Trainer und Spieler abgegeben, die wir gerne gehalten hätten.“

Diese Aussage kann durchaus als subtile Kritik verstanden werden. Schließlich haben die Bayern in der Vergangenheit immer wieder Schlüsselpersonal von den Leipzigern abgeworben – von Julian Nagelsmann über Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer bis hin zu Max Eberl. Umgekehrt wechselte kürzlich der ehemalige Bayern-Scout Daniel Baier zu RB Leipzig, wo er als Freund des RB-Sportchefs Marcel Schäfer anheuert.

Der Journalist Florian Plettenberg von Sky Germany berichtete, dass der FC Bayern bereits im letzten Jahr informelle Anfragen bezüglich der Pläne von Gomez gestellt habe. Dies deutet auf ein längerfristiges Interesse der Münchner hin.

Wie realistisch ist ein Wechsel?

Trotz aller Spekulationen und dem möglichen Interesse der Bayern spricht aktuell vieles gegen einen Wechsel von Mario Gomez zum FC Bayern. Die klare Stellungnahme von Mintzlaff, die kürzliche Vertragsverlängerung und die enge Zusammenarbeit mit Klopp sind starke Indizien dafür, dass Gomez bei Red Bull bleiben wird.

Zudem schweigen sowohl der FC Bayern als auch Gomez selbst zu den Gerüchten. Wenn tatsächlich konkrete Verhandlungen im Gange wären, hätte es vermutlich bereits deutlichere Anzeichen gegeben.

Für Red Bull wäre ein Abgang von Gomez zum jetzigen Zeitpunkt ein herber Rückschlag. Das Unternehmen befindet sich mitten in einer Neuausrichtung seines Fußballengagements, und Gomez spielt dabei offenbar eine zentrale Rolle. Oliver Mintzlaff würde seinen engen Vertrauten kaum ziehen lassen – insbesondere nicht zu einem direkten Konkurrenten in der Bundesliga.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob an den Gerüchten mehr dran ist als nur heiße Luft. Vorerst aber scheint Mario Gomez fest bei Red Bull verankert zu sein, während sich die Bayern-Verantwortlichen möglicherweise nach anderen Kandidaten für ihre Führungsebene umsehen müssen.

Bild Zeitung

Geschrieben von: RadioMonster.FM