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today02.04.2025
Die Wahl zum Obersten Gerichtshof von Wisconsin hat ein klares Ergebnis geliefert: Susan Crawford hat sich mit deutlichem Vorsprung gegen den republikanischen Kandidaten Brad Schimel durchgesetzt. Mit diesem bemerkenswerten Sieg sichern die Liberalen ihre 4-3 Mehrheit im Gericht für mindestens drei weitere Jahre – trotz massiver finanzieller Unterstützung für Schimel durch Elon Musk und politischer Rückendeckung von Präsident Donald Trump. Die teuerste Richterwahl in der US-Geschichte zeigt, dass selbst Millionenbeträge nicht ausreichen, um die Wähler in Wisconsin zu überzeugen.
Mit 1.286.748 Stimmen (55,0 Prozent) konnte sich Susan Crawford klar gegen Brad Schimel durchsetzen, der 1.050.816 Stimmen (45,0 Prozent) erhielt. Die Wahlbeteiligung war beeindruckend – über 2,3 Millionen Stimmen wurden abgegeben, was fast 40 Prozent mehr ist als bei der Wisconsin Supreme Court Wahl 2023. Dies unterstreicht die enorme Bedeutung dieser Abstimmung für die Bürgerinnen und Bürger des Bundesstaates.
Nach ihrem Sieg zeigte sich Crawford kämpferisch und gleichzeitig demütig: „Als kleines Mädchen in Chippewa Falls hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich gegen den reichsten Mann der Welt um Gerechtigkeit in Wisconsin kämpfe — und wir haben gewonnen.“ Sie versprach, eine „faire, unparteiische und vernünftige Justizin“ zu sein. In ihrer Siegesrede betonte sie: „Wisconsinites haben heute einen beispiellosen Angriff auf unsere Demokratie und unsere Gerichte abgewehrt.“
Diese Wahl war mit Ausgaben von fast 100 Millionen Dollar die teuerste Gerichtsrennbahn in der US-Geschichte. Allein Elon Musk und unterstützende Gruppen hatten über 21 Millionen Dollar ausgegeben, um Crawford zu besiegen. Der Milliardär verteilte sogar persönlich 1 Million Dollar an Wähler bei einer Veranstaltung vor der Wahl. Trotz dieser enormen finanziellen Unterstützung konnte Schimel die Wähler nicht von sich überzeugen.
Musk rechtfertigte sein Engagement bei einer Veranstaltung in Green Bay: „Diese Wahl ist nicht nur wichtig für Wisconsin, sondern wahrscheinlich für das ganze Land, vielleicht sogar für die ganze Welt.“ Er betonte die Bedeutung des Rennens für die Neuziehung von Wahlkreisen und deren Auswirkungen auf die nationale Politik. Die Kampagne bot bizarrerweise sogar 100 Dollar für Unterschriften gegen „aktivistische Richter“ an.
Susan Crawford ist keine Unbekannte in der juristischen Landschaft Wisconsins. Sie hat umfangreiche Erfahrung in Reproduktionsrechten und Wahlrechten gesammelt, arbeitete zuvor unter Gouverneur Jim Doyle und ist seit 2018 als Kreisrichterin tätig. Als ehemalige Anwältin von Planned Parenthood setzte sie sich im Wahlkampf konsequent für Abtreibungsrechte ein.
Crawford erhielt Unterstützung von der Wisconsin Democratic Party und großen Geldgebern wie George Soros und JB Pritzker, dem Gouverneur von Illinois. Ihre Kampagne konzentrierte sich auf die Sicherung von Bürgerrechten und den Schutz demokratischer Institutionen – Themen, die bei den Wählern offensichtlich auf fruchtbaren Boden fielen.
Für Präsident Donald Trump stellt das Wahlergebnis einen Rückschlag dar. Er hatte Wisconsin in der letzten Präsidentschaftswahl nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,86 Prozentpunkten gewonnen. Auf seiner Plattform Truth Social warnte er vor Crawfords möglichem Einfluss: „Crawford würde eine Katastrophe für Wisconsin darstellen.“
Elon Musk, der als enger Berater Trumps gilt, muss nach seinem massiven finanziellen Engagement eine Niederlage einstecken. Der Politikwissenschaftler Anthony Chergosky von der Universität Wisconsin kommentierte: „Dieses Rennen ist noch mehr zu einer Abstimmung über Musk als über Trump geworden.“ Musks aggressive Strategie, Millionen in lokale Wahlen zu pumpen, hat in diesem Fall nicht funktioniert.
Der Vorsitzende der Wisconsin Democratic Party, Ben Wikler, äußerte sich besorgt über Musks Einfluss: „Wenn es hier funktioniert, wird er es im ganzen Land tun.“ Die Niederlage könnte nun dazu führen, dass Musk seinen Ansatz überdenkt.
Crawfords Sieg hat potenziell weitreichende Konsequenzen. Das Oberste Gericht von Wisconsin wird in diesem Jahr über zentrale Themen entscheiden, die das politische Klima im Staat prägen werden. Besonders brisant ist die Frage nach einem Vor-Bürgerkriegs-Gesetz, das das aktuelle Abtreibungsrecht überlagern könnte.
Auch bei der Neuzeichnung von Wahlkreisen könnte das Gericht eine entscheidende Rolle spielen. Musk hatte genau davor gewarnt, dass Gerichtsurteile die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus gefährden könnten. Diese Themen werden sowohl in den kommenden Midterm-Wahlen 2026 als auch in der Präsidentschaftswahl 2028 von zentraler Bedeutung sein.
Brad Schimel zeigte sich als fairer Verlierer und räumte seine Niederlage ein. Er forderte seine Unterstützer auf, das Ergebnis zu akzeptieren. Während einzelne Stimmen von Wahlbetrug sprachen, spielte Schimel während der Wahlnacht Bass in seiner Rockband „4 on the Floor“ – ein bemerkenswerter Kontrast zum aufgeheizten politischen Klima.
Das Wahlergebnis in Wisconsin könnte als Indikator für die politische Stimmung im Land dienen. Trotz der Rückkehr Trumps ins Weiße Haus und der massiven Unterstützung von Musk haben sich die Wähler für eine liberale Kandidatin entschieden. Dies könnte darauf hindeuten, dass bestimmte Themen wie Abtreibungsrechte und faire Wahlkreiseinteilung für viele Wähler wichtiger sind als prominente Unterstützung.
Susan Crawford wird am 1. August vereidigt und tritt eine zehnjährige Amtszeit an. Mit ihrem Sieg behält die liberale Fraktion die Kontrolle über das Gericht bis mindestens 2028 – ein entscheidender Zeitraum für die politische Entwicklung des wichtigen Swing States.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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